The Darkest Files

Jahr:

2025

Entwickler:

Paintbucket Games

Publisher:

Paintbucket Games

Auszeichnungen:

Bestes Game Beyond Entertainment, Bestes Gamedesign

Nominierungen:

Beste Grafik, Beste Story, Bestes Deutsches Spiel, Bestes Game Beyond Entertainment, Bestes Gamedesign

Beste Grafik

Begründung der Nominierung: „The Darkest Files“ verbindet eindrucksvoll historische Ernsthaftigkeit mit künstlerischer Leichtigkeit. Paintbucket Games schafft es, schwerwiegende Themen durch einen markanten, grau-poppigen Comic-Stil zugänglich zu machen – ohne an Tiefe oder Respekt vor dem Stoff zu verlieren. Der Wechsel zwischen 2D-Illustrationen und echter 3D-Welt erzeugt eine außergewöhnliche visuelle Spannung: minimalistisch und doch detailreich, stilisiert und zugleich emotional greifbar. Die klare Farb- und Formenwahl verleiht dem Ganzen eine dichte, förmlich greifbare Atmosphäre. Das Design bleibt stets funktional – Interface, Typografie und Comic-Einblendungen greifen harmonisch ineinander und unterstützen Erzählung wie Spielmechanik. Durch diese ästhetische Balance entsteht ein unverwechselbarer visueller Stil, der nicht nur an die Handschrift früherer Werke der Entwickler anknüpft, sondern sie weiterentwickelt und sich am Pop-Art-Stil der Zeit orientiert. „The Darkest Files“ ist damit nicht nur visuell herausragend, sondern auch ein bemerkenswertes Beispiel dafür, wie Gestaltung und Inhalt gemeinsam historische Aufklärung in erlebbare Interaktivität übersetzen.

Beste Story

Begründung der Nominierung: The Darkest Files beeindruckt mit einer fesselnden Geschichte über den Kampf um Gerechtigkeit für die Opfer der NS-Zeit und über den schwierigen Weg, die Täter zur Rechenschaft zu ziehen. Als Staatsanwältin Esther Katz ermitteln die Spielenden im Nachkriegsdeutschland, befragen Zeugen, wälzen Akten und legen Erinnerungen an Verbrechen frei, die viele lieber vergessen würden. Das Team von Paintbucket Games versteht es meisterhaft, die Spielenden Schicht für Schicht Erinnerungen, Lügen und verdrängte Wahrheiten freilegen zu lassen, bis sich die realen Geschehnisse offenbaren. Dabei wird eindrucksvoll nachvollziehbar, wie mit den Mitteln des Rechtsstaats akribisch die Mechanismen von Terror und Willkür aufgedeckt und vor Gericht gebracht wurden. The Darkest Files zeigt, was geschieht, wenn die Logik von Lüge, Opportunismus und banaler Ideologie ein Rechtssystem zersetzt. Es wird eine Realität geschaffen, in der Unrecht, blinder Gehorsam und das „Recht des Stärkeren“ selbst bis in die kleinsten Winkel des zwischenmenschlichen Alltags gelten. Eine Herrschaft des Verbrechens. The Darkest Files ist ein Appell an die Menschlichkeit. Und eine Warnung. Rechtsstaatlichkeit und Menschlichkeit sind keine Selbstverständlichkeit. Wir müssen sie schützen und verteidigen, damit aus dieser Vergangenheit keine Zukunft wird.

Bestes Deutsches Spiel

Begründung der Nominierung: Abstimmung der Grand Jury

Bestes Game Beyond Entertainment

Begründung der Nominierung: „The Darkest Files“ von Paintbucket Games ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie historisch-politische Themen mit erzählerischer und spielerischer Tiefe umgesetzt werden können. Das Spiel führt die Spieler*innen in die frühen Jahre der Bundesrepublik und lässt sie in die Rolle der jungen Staatsanwältin „Esther Katz“ schlüpfen, die an der Seite des realen „Fritz Bauer“ die juristische Aufarbeitung nationalsozialistischer Verbrechen vorantreibt. Mit atmosphärischer Dichte und erzählerischer Präzision gelingt es dem Spiel, die gesellschaftliche Spannung der Nachkriegszeit erfahrbar zu machen – zwischen moralischem Aufbruch, institutioneller Trägheit und persönlicher Verantwortung. Dabei überzeugt „The Darkest Files“ sowohl ästhetisch als auch strukturell: Es verwebt Elemente von Graphic Novel, Adventure und filmischem Erzählen zu einer immersiven Spielerfahrung, die weit über reines Edutainment hinausgeht. Die aufwendig gestalteten Verhöre, die feinfühlige Figurenzeichnung und die brillante englische Sprachausgabe schaffen ein erzählerisches Niveau, das mit internationalen Produktionen mühelos mithält. „The Darkest Files“ ist kein „Lernspiel“, sondern ein tiefgreifendes narratives Erlebnis, das Spieler*innen zu eigener historischer Reflexion anregt. Es macht Vergangenheit nicht lehrreich, sondern spürbar – und setzt damit neue Maßstäbe für Games, die gesellschaftliche Themen erfahrbar machen.

Begründung des Sieges: „The Darkest Files“ zeigt eindrucksvoll, dass politische Aufarbeitung und spannendes Storytelling kein Widerspruch sind. Paintbucket Games verbindet ästhetische Raffinesse, narrative Komplexität und moralische Klarheit zu einem Game, das historische Verantwortung spielerisch erfahrbar macht. Es beweist, dass Games ein gleichwertiges Medium gesellschaftlicher Erinnerungskultur sein können – emotional, zugänglich und tief bewegend.

Bestes Gamedesign

Begründung der Nominierung: In The Darkest Files lässt Paintbucket Games Spielende an der Aufarbeitung düsterer Verbrechen der Nazizeit teilhaben. Als junge Staatsanwältin gilt es, Zeugen zu befragen und in den von ihren Erinnerungen oder Lügen geprägten Darstellungen der Tatorte Hinweise zu finden. Diese müssen mit Dokumenten und Akten kombiniert werden, um alte Verbrechen zu rekonstruieren. Jeder Fall landet am Ende vor Gericht und hier zeigt sich, wie gut wir unsere Beweise vorbereitet haben, um Gerechtigkeit walten zu lassen. Die auf echten Fällen basierten Rätsel werden in einem stimmigen Noir-Stil präsentiert, der die bedrückende Realität sowohl der Verbrechen, als auch der öffentlichen Stimmung gegenüber den Staatsanwälten, die diese Fälle untersuchen, immersiv unterstreicht. Die Jury war beeindruckt von der Liebe zum Detail, die es ermöglicht, jeden Fall aus unterschiedlichen Blickwinkeln der verschiedenen Zeugen immer wieder neu zu erfahren, um ihn dann schlussendlich in einer Falldarstellung vorzubereiten und vor Gericht zu lösen. Die sehr gut strukturierte Spielführung nimmt die Spielenden hier zu jeder Zeit mit.

Begründung des Sieges: „The Darkest Files“ überzeugte die Jury durch das Zusammenspiel von systemischem und narrativem Design. Die Beweissammlung durch Dokumentsichtung, Befragung von Zeugen sowie das Begehen derer Erinnerungen sorgt für eine gut strukturierte, immersive Erfahrung. Die feinfühlige Rahmenhandlung sorgt mit zahlreichen persönlichen Momenten für zusätzliche Tiefe. Die Story basiert auf realen Fällen der Kriegsgeschichte. So fühlt sich jede Entscheidung bedeutsam an – nicht nur spielerisch, sondern auch moralisch.